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Bayernweites Antifa Jugend Camp 2013

Juli 17, 2013

Vom 05. bis zum 08. September 2013 findet in Landshut ein bayernweites antifaschistisches Jugendcamp statt.

Antifa-Jugendcamp geht in die 4. Runde

Ziel des Camps ist es, dass Jugendliche der verschiedenen antifaschistischen Spektren sich besser kennenlernen, weitere Mitstreiter_innen für ein antifaschistisches Engagement gewonnen und Kontakte zwischen den antifaschistischen Kräften geknüpft werden.

 

Zur Teilnahme und Unterstützung sind alle Jugendgruppen und Einzelpersonen aus dem gewerkschaftlichen, linken, autonomen, parteipolitischem und bürgerlichen Spektrum, die antifaschistisch aktiv sind bzw. werden wollen, herzlich eingeladen. Wir wollen Erfahrungen austauschen, Wissen vermitteln, Grundsätze und Standpunkte diskutieren, sowie Ansätze gemeinsamer Aktivitäten erarbeiten.

Geplant sind weiterhin Berichte und Gespräche mit Zeitzeugen über Verfolgung und Widerstand, Podiumsdiskussionen, Informations- und Filmveranstaltungen, Referate und Workshops zu theoretischen und praktischen Fragen, über aktuelle Kampagnen und künftige Aktionen – aber auch Spaß, Kultur und ein Konzert.

 

Als Workshops/ Infoveranstaltungen sind geplant (Stand Juni 13):

[anita_f.] – organisierter Protest von Flüchtlingen in Deutschland
Antifa-NT – Sinn/Unsinn von Parolen
Antisexistisches Aktionsbündnis München – Sexismus in der Linken
Ilka Schröder – Einführung in den Antisemitismus
Iniciativa Ne Rasismu! (Prag) – Antiziganismus in Tschechien
Jan Novak – Die extreme Rechte in Bayern
Jörg Kronauer – Einführung in die Verbindungskritik
Jörg Kronauer – Christliche Rechte
Moritz Zeiler – Staatskritik
N.N. – Zu Kritik der politischen Ökonomie
Robert Andreasch – Rechter Terror in Bayern
Rote Hilfe – Was tun wenns brennt?
Roswitha Scholz – Antiziganismus
Thomas Ebermann – Krise in Theorie und Praxis
Ver.di Jugend Regensburg- Antifaschismus im Betrieb

 

Für die Praxis bieten wir ein

Blockadetraining und einen Antifaschistischen Stadtspaziergang durch Landshut an.

 

Desweiteren wird Hugo Höllenrainer als Zeitzeuge aus seinem Leben berichten.

 

Am Freitag Abend wird es eine Podiumsdiskussion über den NSU – Komplex geben.Hierzu wird auf dem Podium sitzen:

Angelika Lex (Anwältin der Angehörigen des Münchner NSU-Opfers Theodorus Boulgarides)

Katharina König (Sprecherin für Jugendpolitik und Antifa der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und Mitglied im thüringischen Untersuchungsausschuss zum Nationalsozialistischen Untergrund)

Robert Andreasch (Fachjournalist und Autor auf der Internetseite der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V. (a.i.d.a.))

 

 

Bayernweites Antifa Jugend Camp 2013

weitere Infos:

  • Anreise: Das Camp startet ab dem Donnerstag, den 5. September 2013. Hierzu könnt ihr ab 12.°° Uhr anreisen. Hilfen beim Aufbau können wir gerne gebrauchen. Ab 15.°° Uhr findet die erste Veranstaltung statt.
  • Abreise: Das Camp endet am Sonntag, den 8. September 2013 um 15.°° Uhr. Danach findet der Abbau statt. Auch hier sind helfende Hände gerne gesehen.
  • Sanitäre Anlagen: Auf dem Campgelände befindet sich festinstallierte sanitäre Anlagen (Duschen, WC’S, Waschbecken).
  • Verpflegung: Während des Camps wird es leckere Verpflegung vom Küchenteam geben. Dies beinhaltet: Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Am Donnerstag Abend wird es das erste Essen geben und am Sonntag Mittag das letzte.
  • Das Campgelände hat eine große Wiese. Bringt eure Zelte mit. Im Haus gibt es keine Möglichkeiten zu schlafen.

Die Teilnehmer_innengebühren belaufen sich auf:  10 € pro Tag bzw. für Donnerstag 5 €. Der Teilnahmebeitrag beinhaltet das volle Programm: u.A. Vollverpflegung, Benutzung der Sanitäranlagen, Wasser und vieles mehr… Bitte gebt uns das Geld beim Einchecken vor Ort (Infozelt) oder überweißt die Kohle im Vorraus.

 

Um besser planen zu können, bitten wir um einen Anmeldung: Anmeldeformular (mit pgp – Verschlüsselung)

 

Weitere Infos (Timetable/ genauer Ort/ Kontakt/ etc.) findet ihr unter: antifajugendcamp-bayern.de

 

 

Bayernweites Antifa Jugend Camp 2013

 


 

Vor dem Camp ist nach dem Camp

 Bayernweites Antifa Jugend Camp 2013

Mit Freude können wir auf das Antifascist Summercamp (ASC) 2013 in Dobrla vas, (Eberndorf) in  Koroška (Kärnten/ Österreich) verweißen. Dies findet von Dienstag, den 27.08. bis Sonntag, den 01.09.2013 statt. Weitere Infos findet ihr unter: antifanet.at

 

 

 

 

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Gegen Nazis und Verfassungsschutz

März 31, 2013

Hinaus auf die Straße!
am 13. April nach München

Treffpunkt Landshut Hauptbahnhof: 13.April 11:10UHR
Mehr Infos unter http://nsuprozess.blogsport.de/

Aufruf Landshuter Gruppen gegen den Verfassungsschutz:
Am 9. Juni 2004 detonierte in der migrantisch geprägten Kölner Keupstraße ein Sprengsatz mit hunderten Zimmermannsnägeln und verletzte 22 Menschen zum Teil schwer. Ziemlich sicher war sich der damalige Bundesinnenmeister Otto Schily bereits 24 Stunde nach der Tat, dass „die Erkenntnisse nicht auf einen terroristischen Hintergrund deuten, sondern auf ein kriminelles Milieu“. Keine Dekade später übernimmt er nun im Rahmen der NSU-Untersuchungen die „politische Verantwortung“ für den „schwerwiegenden Irrtum“. Die politische Verantwortung zu übernehmen, soll wohl heißen, sich aus selbiger in den Ruhestand zurückzuziehen, den der mittlerweile 80-Jährige ohnehin schon genießt.

Zu viele Irrtümer
Mechthild Bucksteeg, Hartmut Nickel und dessen Tochter Alja sterben im Oktober 2003 an den Schüssen aus einer Pumpgun, abgefeuert aus nächster Nähe von dem Neonazi Thomas Adolf. Am Tag danach schrieb Adolf in einem Flugblatt, die „Befreiung des Reichsgebietes“ und die „Verfolgung der Hochverräter“ hätten begonnen („es ist jetzt Krieg“). In die polizeiliche Statistik rechts motivierter Tötungsdelikte findet die Tat allerdings keinen Eingang. 149 Menschen wurden im wiedervereinigten Deutschland von Neonazis ermordet. Die meisten von ihnen fallen aus der polizeilichen Wahrnehmung.
Im vergangenen Monat kam es an einer Berliner Moschee zur Brandstiftung. Die Polizei schließt wie so häufig aus, dass es sich um eine fremdenfeindliche Tat handelt. Anders die bayrischen Kollegen im beschaulichen Wörth (bei Landshut). Hier leugnet man zwar das auftauchen rechter Schmierereien an einer Flüchtlingsunterkunft, die im November 2012 Ziel eines Brandanschlages wurde, auch will man von rechten Drohanrufen bei Landratsmitarbeitern nichts wissen, dafür ermittelt man ganz unvoreingenommen „in alle Richtungen“. Ergebnisse lassen auf sich warten, aber zumindest wird man sich keines „Irrtums“ bekennen müssen.

Verantwortung übernehmen – Nicht an Pannen glauben

Es ist kein Versehen, dass die Statistiken der staatlichen Institutionen systematisch Gewalt und Gewaltpotential der Rechten nach unten lügen. Es sind nicht einfach nur Pannen der staatlichen Repressionsorgane, wenn sie fremdenfeindliche Täter nicht oder nicht als solche stellen. Die Politik und ihr Personal hat nicht versagt und sie ist keinem Irrtum aufgesessen, wenn es aus ihren Mündern heißt, in Mügeln, München oder Münster gebe es keine rechte Gewalt. Der Staat als solcher ist durch die Spaltung der Menschheit bereits als rassistisch gesetzt. Institutionalisierter Rassismus ist der Rassismus einer Mehrheitsgesellschaft, gepaart mit der Sorge um den nur uneigentlich sauberen Standort. Schily trug im Sinne dieser Sorge „politische Verantwortung“ bereits 2004 und er tut es heute wieder, wenn er „seinen“ „Irrtum“ einräumt. Tatsächliche Verantwortung übernehmen können nur wir: Wir müssen uns fragen, ob wir uns in diesem Sinne weiter regieren lassen wollen. Nazis sind kein Problem des Staates, sondern unseres. Das Staatspersonal stört höchstens die Berichterstattung.

Verfassungsschutz abschaffen!
Dem gesellschaftlichen Übel des Neonazismus ist durch keine Behörde des Verfassungsschutzes (VS) Herr zu werden. Im Gegenteil: Der VS hat mit seinem Spitzelunwesen Nazi-Strukturen gefördert, finanziert und selbst dann noch unterstützt, wenn schwere Straftaten durch Nazis verübt wurden. Regelmäßig werden neonazistische Hintergründe von Straftaten geleugnet. Neonazis werden vor polizeilichen Ermittlungen gewarnt. Und falls alles ans Licht zu kommen droht, werden die Akten geschreddert. Darüber hinaus werden antifaschistisch engagierte Menschen und Organisationen überwacht, kriminalisiert und verunglimpft.

Die Wurzeln:

Gern gesehen beim VS waren von Anfang an Agenten aus der Nazizeit. Das Innenministerium ließ verlautbaren: „Mögen sie ihr beklemmendes Handwerk bei Gestapo-Chef Heinrich Müller, SD-Chef Reinhard Heidrich oder des Satans Großmutter gelernt haben.“ Und das hatten sie in der Tat: Zahlreiche ranghohe Verfassungsschützer der ersten Stunde hatten auch im 1000-jährigen Reich Rang und Namen, waren an der Deportation von Juden aus den besetzten Gebieten beteiligt, hatten sich um die Verfolgung und Ermordung von Antifaschisten oder um die Partisanenbekämpfung verdient gemacht. In den 50er Jahren wurden dann zahlreiche KZ-Überlebende mit Hilfe des VS teilweise von den gleichen Richtern abgeurteilt, denen sie 10 oder 15 Jahre davor schon gegenüberstanden. Mehr als 10.000 Menschen wurden in politischen Prozessen angeklagt. Neofaschistische Strukturen wurden von Seiten des VS dagegen stets verharmlost und bagatellisiert. Rassistisch und neofaschistisch motivierte Gewalttaten wurden häufig nicht einmal als solche wahrgenommen.

Den Tätern den Prozess machen?
Ab 17. April sitzen Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte vor Gericht. Über 400 Angestellte allein der bayrischen Behörde für Verfassungsschutz müssen noch nicht einmal um ihren Job bangen. Der Nationalsozialistische Untergrund tat, was der Name verspricht, nämlich Menschen ermorden. Auch der Verfassungsschutz tat, was ein Inlandsgeheimdienst eben tut, wenn der Name auch etwas in die Irre führen mag. Wenn vor Gericht nun die Taten des nationalsozialistischen Untergrunds ihre Aufarbeitung erfahren, täte Aufklärung nicht minder Not über die Machenschaften deutscher Geheimdienste. Bereits Ende der neunziger Jahre hatte die Thüringer Justiz den Geheimdienst des Landes unter Verdacht, mit den Mitgliedern des Nationalsozialistischen Untergrunds zusammenzuarbeiten. Bei der Staatsanwaltschaft in Gera habe es diesen „ungeheuerlichen“ Verdacht gegeben, sagte der Geraer Oberstaatsanwalt Schultz. Man lies es offensichtlich mit dem Verdacht auf sich beruhen, anstatt nachzuforschen, wie mit V-Leuten rechtsradikale Strukturen unterstützt statt bekämpft wurden, warum man beim VS Angst hatte, die Telefonate mit V-Männern könnten von Landeskriminalämtern abgehört werden, wie viel Geld man wirklich in den Aufbau von Nazistrukturen investierete, warum insbesondere jene Struktur (Thüringer Heimatschutz) gestützte wurde, in der sich der spätere Kern des NSU radikalisierte; warum wurden gestandene Nazis vor Hausdurchsuchungen gewarnt, Beweismittel vernichtet und Strafen vereitelt. Der Acker, auf dem der NSU seine Wurzeln schlug, wurde nicht zuletzt bestellt durch die Kameraden vom Verfassungsschutz. Dessen verschiedene Ämter sind keine Lösung im Umgang mit Neonazis und Faschisten, sie sind Teil des Problems. Weil ab 17.April zwar fünf Nazis, aber nicht ein Verfassungsschützer vor Gericht sich zu verantworten hat, liegt es an uns, um so lauter die Abschaffung der Inlandsgeheimdienste zu fordern. CDU Mann Jörg Geibert spricht bezüglich des VS vom „braunen Sumpf“, den es durch Umstrukturierungen trockenzulegen gelte. Wir fragen uns, wie solch Umstrukturierung funktionieren soll, bei im geheimen operierenden Organisationen, von deren Tun offensichtlich noch nicht einmal die Innenminister den leisesten Dunst haben oder angesichts dessen, was sie wissen, lieber schweigen. Wir antworten am liebsten selbst:
Weg damit! Den braunen Sumpf trocken legen! Nazis bekämpfen, Verfassungsschutz abschaffen! Für eine grenzenlose und freie Welt!

9.März – Kritik und Krise – Tagesseminar mit Joachim Bruhn

Februar 9, 2013

Der Anfang des Marxschen „Kapital“ und das Ende der kapitalisierten Gesellschaft

Tagesseminar mit Joachim Bruhn (Freiburg), Co-Autor von Initiative Sozialistisches Forum, „Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie“ sowie „Das Konzept Materialismus“ (ça ira-Verlag); siehe www. isf-freiburg.org. ,

9. März 2013, ab 10Uhr im Infoladen Landshut

Beim Tagesseminar mit Joachim Bruhn wollen wir unsere Einblicke in die Marxlektüre vertiefen, welche seiner pessimistischen Gesellschaftsanalyse maßgeblich zu Grunde liegt. Ein Schwerpunkt wird die Bruhnsche Rezeption der wertkritischen Passagen des Kapital sein, in deren Rahmen er die notwendig bewegte Doppelgeschlechtigkeit des Werthes in den Vordergrund stellt.
Anmeldung erforderlich! Bitte schickt eine Mail mit Name und Anschrifft (ggf. PGP) an: gruppe_kritik[ätt)riseup.net. Ihr bekommt dann den Seminar-Reader zugeschickt.

Über das Seminar:
„Wahrheit ist objektiv, nicht plausibel“: Dies Diktum Theodor W. Adornos scheint der tatsächliche Grund zu sein, warum weder die offizielle bürgerliche Gesellschaft noch ihr linker, insbesondere nicht ihr universitärer Begleitservice mit der Kritischen Theorie sonderlich viel anfangen mögen. Daß das Denken in der Interpretation des Vorfindlichen zu gründen habe, daß das Denken es daher auch nicht weiter bringen kann als bis zur Meinung, und, wenn’s gut geht oder die Staatsmacht dahintersteht, zum Konsens und zum Einverstandensein, gilt allseits als abgemacht. So massiv ist der „Schein der Tatsachen“ (Marx) geworden, daß seine gesellschaftliche Konstitution als unerreichbar gilt und schon der Anspruch darauf als autoritärer Dogmatismus. Das Ergebnis ist danach: wo Vernunft, deren Thema nur eben die Konstitution des Gesellschaftlichen sein kann, auf bloßen Verstand reduziert wird, da macht sich die Bauernschläue von Intellektuellen breit, die ihr Denkprodukt mit erlesener Raffinesse am Markt zu behaupten wissen. Die Widersprüche, gar: die Antinomien, in die sie verfallen, kümmern nicht weiter: eben dies ist ja der Sinn von Ideologie als der Rationalisierung des Widersinnigen. Der Marxsche Begriff der Kritik dagegen gründet in der ungeschmälerten Erfahrung des logischen Widerspruchs und im Vertrauen auf die Objektivitätsmächtigkeit des Denkvermögens, d.h. in subjektiver Vernunft, die ihre bloße Subjektivität keinesfalls als Vorwand nimmt, sich zu relativieren. Denn der Begriff von Wahrheit, den diese Kritik nur haben kann, ist in der notwendigen Krise, im Untergang und im Zusammenbruch des Kapitalverhältnisses als einer unmöglichen Vergesellschaftungsweise angelegt: indem die Kritik die Krise kategorial antizipiert und in jeder ihrer Aktionen polemisch ausdrückt, kommt ihr ihre eigene Objektivität entgegen.
Das Verhältnis von Kritik und Krise im Materialismus (oder auch, so Marx, „kritischen Kommunismus“) hat mit dem vom Anfang und vom Ende der Marxschen Darstellung des Kapitals zu tun. Weil dieser Anfang nicht willkürlich, sondern im Resultat sozialphilosophischer Reflexion gesetzt wird, ist er mit dem Ende vermittelt und wird durch das Ende der Darstellung „bewiesen“, aber einzig in dem Sinne, daß der „Beweis“ nur der Untergang bzw. die Abschaffung des kritisierten Objekts selbst ist. Die Wahrheit des Kapitals ist seine gesellschaftliche Liquidation. Es zeigt sich hier, daß die „Kritik der politischen Ökonomie“ mit Bedacht als Kritik, nicht, wie gerade die Linksfraktion der Akademiker beliebt, als Theorie bezeichnet wird. Die marxschen Einlassungen zur Krise im 3. Band des „Kapital“, insbesondere das „Gesetz vom tendentiellen Fall der Profitrate“, verweisen darauf.

8.März – Über die Zukunft der Krise – Abendveranstaltung mit Joachim Bruhn

Februar 9, 2013

Kalkül und Wahn, Vertrauen und Gewalt
Vor dem Ausnahmezustand des Kapitals

8.März 2013, 19:30Uhr, Infoladen Landshut

Während die Verelendung immer größere Teile der grichischen Gesellschaft erfasst und immer mehr Europäer unter den Austeritätsprogrammen ihrer Regierungen leiden, herrscht in Deutschland gespannte Ruhe, obgleich der Vorsprung in Sachen Enthaltsamkeit schmelzen dürfte. Der Souverän darf sich in Sachen Leidensbereitschaft seiner Deutschen und die Deutschen dürfen sich in Sachen Ausnahmeszustand ihres Souveräns sicher sein. Warum die Panik angesichts des drohenden Zusammenbruchs ausbleibt, ist wohl weniger der Aussicht auf ein Ende der negative Vergesellschaftung zu verdanken, als vielmehr jener auf den endlosen Schrecken des Ausnahmezustands. Es ist die Möglichkeit der schlechten Aufhebung dieser Gesellschaft, d.h. der reaktionären Krisenbewältigung, die hier die Nerven beruhigt. Über die Zukunft der Krise wollen wir uns am 8. März mit Joachim Bruhn auseinandersetzen. Er ist Co-Autor der Initiative Sozialistisches Forum, „Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Israel und die linksdeutsche Ideologie“ sowie „Das Konzept Materialismus“ (ça ira-Verlag).
Wie offen ist die Geschichte, welche Rolle spielt das nationalsozialistische Fortwesen und was bedeutet die Emanzipation des Deutschen zum Menschen, drei von vielen Fragen, die wir am Abend des 8. März zu klären beabsichtigen.

Über den Vortrag:
Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Gleichwohl: Die Gesellschaft der totalen Konkurrenz ist in heller Panik, sie wird sich zersetzen und zerstören. Unmöglich noch kann sie die Bedingung der Möglichkeit ihrer eigenen Existenz aus sich selbst heraus reproduzieren: der vollendet autistische Selbstbezug des Kapitals, die losgelassene Akkumulation um der Akkumulation willen, die „Plusmacherei“ (Marx) rutscht ins historische Minus, zerbricht an sich und eben daran, daß die Gesellschaftlichkeit der Individuen als Subjekte bloß auf dem generalisierten Ausschluß aller durch alle gründet, der, eben in den Formen von Wert, Geld, Kapital den totalen Einschluß stiftet, d.h.: die gesellschaftliche Synthesis als vollendet negative. Das ist gewiß paradox: die unbedingte gesellschaftliche Einheit in der Form des totalisierten Atomismus; ein Paradox jedoch, das im Geld dingliche Gewalt annimmt und als „logisches Rätsel“ (FAZ) erscheint. In der Panik wird sich die falsche Gesellschaft ihres eigenen Widersinns inne, allerdings in einer nur noch verrückteren Form, einer Form, die das bankrotte Kalkül der Ökonomie vermittels des Wahns der Politik zu therapieren verspricht, tatsächlich zu überbieten sucht: der Form eines paranoiden Souveräns, der den Triumph des Willens über den kapitalen Sachzwang beschwört und so gerade die „Angst vor dem Chaos“ schürt, darin die Flucht nach vorn anpeitscht und so auf den autoritären Staat provoziert, auf den Ausnahmezustand, d.h. auf die ursprünglich faschistische Situation: denn nichts anderes ist der „Preis des Marktes“ als das politisch, vermittels des Gewaltmonopols auf Leben und Tod erzwungene Opfer der Individuen.

No ♥ for a deutsch­land

September 18, 2012

Wir unterstützen die Proteste gegen den nationalistischen Wahn

 

 

Infoveranstaltung in Landshut am Montag, 1.10., 19.30 Uhr, im Rahmen des offenen Treffs der Gruppe FAUL im Infoladen Landshut (Wagnergasse 10, 84034 Landshut)

 

 

Achtet auf weitere Ankündigungen zur gemeinsamen Anreise!

Demo Bad Reichenhall

Mai 14, 2012

Wir unterstützen die Entnazifizierung Bad Reichenhalls. Wer Interesse an gemeinsamer Demofahrt hat, nutze bitte die Kontaktmöglichkeiten.

 

1. Mai in Landshut

April 9, 2012

Auch dieses Jahr wird es wieder eine Beteiligung der linken Kräfte der Region an der 1. Mai Demo des DGB (Start 9.30Uhr am Postplatz) geben.

Im Anschluss wird im Infoladen gegrillt bis 14 Uhr. Dann startet eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Gute Arbeit für Europa: den Widerstand organisieren!“

Gemeinsame diskutieren Hans-Dieter Schenk (DGB Landshut), Kornelia Möller (MdB, Die Linke) und Vertreter_innen der AGI Dorfen, der DKP Landshut und der Gruppe zur Kritik der Verhältnisse über die Krise und die Möglichkeit und Perspektiven, dagegen Widerstand zu organisieren.

 

Hier nun auch der 1. Mai Flyer der Gruppe zur Kritik der Verhältnisse: inhaltlicher Flyer zum 1. Mai